3 großartige Tage an der Mosel

3 Tage Wandern und mehr an der Mosel

Letzten Herbst haben wir mit Freunden 3 großartige Tage in Ediger Eller an der Mosel verbracht. Eine Weinwanderung, der Calmont Klettersteig und mehr stand auf unserem Plan. Ediger Eller liegt inmitten der Calmont Region in dem hier besonders reizvollen Moseltal, umgeben von Weinbergen, hervorragend zum Wandern. Zu der Calmont Region gehören außer Ediger Eller auch die Dörfer Neef und Bremm.

Im historischen Ortskern von Ediger Eller gibt es vieles an Sehenswürdigkeiten zu entdecken: unter Denkmalschutz stehende, herrliche Fachwerkgebäude, eindrucksvolle ehemalige Adelshöfe, zwei Kirchen und eine nahezu vollständig erhaltene Ringmauer.

Wunderschöne Fachwerkfassaden entlang der Mosel inEdiger Eller

Schöne Fachwerkfassaden entlang der Mosel

 

Da  Ediger-Eller bekannt für seine vorzügliche Weine ist, lag nichts näher als eine Weinprobe, verbunden mit einer Weinwanderung zu unternehmen.

Wandern an der Mosel – eine Weinwanderung

Nach der Ankunft am Samstag Vormittag sind wir nach dem Einchecken im Hotel Feiden zu unserer geführten Weinwanderung mit dem Weinhaus Mertens gestartet. Frank holte uns direkt am Hotel ab und wir sind mit Autos zum Startpunkt der Wanderung gefahren.

Hier startete unsere Weinwanderung oberhalb von Ediger Eller an der Mosel

Startpunkt unserer Weinwanderung

 

Auf halber Höhenlage hat uns Michaele schon erwartet. Jeder hat ein Weinglas mit einem speziellen Halter zum Umhängen erhalten und die Weinwanderung konnte starten. Zum Auftakt der Wanderung haben wir einen sehr leckeren  Secco aus dem Weinhaus Mertens probiert und nebenbei die tolle Aussicht auf die ruhig dahinfließende Mosel genossen.

Nach dem ersten Schluck sind wir zur Wanderung aufgebrochen. Die nächste Station waren die römischen Gräber, oberhalb von Nehren, wunderschön gelegen, inmitten von Weinbergen, in herrlicher Aussichtslage. Laut Infos in dem Flyer zu der Grabanlage handelt es sich um zwei zweigeschossige Grabbauten. Der Oberbau der Grabkammern,gestaltet in der Form von Grabtempeln, wurde zum Schutz der sich unter der Vorhalle befindlichen eigentlichen Grabkammern im Jahre 1974 rekonstruiert. Während die östliche Grabkammer II nicht mehr geschlossen intakt ist, handelt es sich bei der westlichen Grabkammer I um einen auch in seiner originalen Ausmalung komplett erhaltenen antiken Raum.

Römergräber Nehren an der Mosel

Römergräber Nehren

 

Nach der Besichtigung der Grabanlage ging die Weinwanderung weiter durch die Steillagen der Weinberge, immer mit Sicht auf das Flussbett der Mosel. An verschiedenen Schutzhütten haben wir die ausgezeichneten Weinsorten des Weinhauses Mertens probiert.

Nebenbei haben wir noch einiges zum Weinanbau in den Steillagen des Calmonts erfahren. Die Arbeit in den Steillagen verlangt den Winzern harte Handarbeit und viel Schweiß ab. Durch die schroffen Schieferfelsen, die fehlende Erschließung durch Wege und die zahlreichen Mauern können keine Maschinen am Calmont eingesetzt werden.

Seit einigen Jahren erfahren die Winzer an der Mosel beim Transport eine Erleichterung durch den Einsatz von Monorack-Zahnradbahnen. Monorack Zahnradbahnen sind Einschienenbahnen, die alle Höhenunterschiede und Geländeprofile überwinden können.

Die teilweise über 40 Jahre alten Reben liefern auf dem kargen Schieferboden nur geringe Erntemengen, allerdings von hervorragender Qualität. Die am häufigsten angebaute Rebsorte am Calmont ist der Riesling, den die Winzer hier mit einer großen Portion Idealismus anbauen.

Zum Abschluss der Weinwanderung haben wir noch in der sehr gemütlichen, kleinen Weinstube des Weinhauses Mertens einen Imbiss genossen.

Den Abend haben wir dann feucht-fröhlich in einem Weingut mit angeschlossenem Restaurant ausklingen lassen.

 

Cochem und Onkel Toms Hütte

Am zweiten Tag unseres Ausfluges war das Wetter morgens nicht sonderlich gut. So haben wir uns entschlossen, erstmal einen Stadtbummel durch die Reichsstadt Cochem an der Mosel zu unternehmen.

Wir sind vom Ortsteil Ediger ca. 2 Kilometer zum Bahnhof im Ortsteil Eller spaziert und von dort mit der Bahn durch den Tunnel wenige Kilometer nach Cochem gefahren.  Mit dem Auto wäre die Fahrt entlang der Mosel weitaus länger gewesen.

Wir sind dann zwei Stündchen durch die historische Altstadt geschlendert, haben die Reste der alten Stadtmauer mit den Befestigungswerken und das historische Rathaus angeschaut.

Bei unserer Weinwanderung an der Mosel sind wir auch durch die Fußgängerzone von Cochem geschlendert

Wunderschönes Rathaus in der Fußgängerzone von Cochem

 

Die über tausend Jahre alte Reichsburg, die auf einem steilen Bergkegel über Cochem und der Mosel thront, haben wir nur von weitem bewundert.

Die weithin sichtbare Reichsburg von Cochem.

Die weithin sichtbare Reichsburg zu Cochem

 

Für den Nachmittag stand noch ein Ausflug mit einem Spaziergang zu Onkel Toms Hütte in Bullay auf dem Programm.

Von dem Städtchen Bullay an der Mosel sind wir den Berg hoch spaziert zu der höchsten Weinstube am Moselsteig, Onkel Toms Hütte. Doch woher kommt der eher ungewöhnliche Name für eine Weinstube an der Mosel? Dazu gibt es auf der Homepage des Weingutes diese Geschichte:

Ein alter Hotelier namens Bert verkaufte sein Anwesen im Ort und erbaute Mitte der 60er Jahre die heute genannte Onkel Toms Hütte. Sein Freund, der Fährmann, trank ganz gerne einen über den Durst. Somit versorgte Bert seinen Freund regelmäßig mit Wein und Schnaps und verlangte im Gegenzug, dass dieser ihm viele Gäste hier nach oben schickte. Der Fährmann konnte gut Geschichten erzählen und gaukelte den Leuten vor, hier oben sitzt der Onkel Tom, ein alter Mann, dem der greise Bart schon in die Stuhllehne gewachsen sei. Das weckte das Interesse vieler Besucher, welche „Onkel Tom“ kennen lernen wollten. Außerdem nannten ihn alle seitdem Onkel Tom, somit entschied sich Bert sein neues Zuhause „ONKEL TOMS HÜTTE“ zu nennen.

Wunderschöne Aussicht auf die Mosel beim Spaziergang zu Onkel Toms Hütte

Aussicht auf die Mosel

 

Wir sind der Fahrstraße entlang gegangen, was tagsüber gar kein Problem ist.

In Onkel Toms Hütte angekommen, erwartete uns eine liebevoll eingerichtete Straußenwirtschaft mit wunderschönem Ausblick ins Moseltal hinunter.

Hier verbrachten wir bei leckerem Essen und einem guten Tropfen ein paar schöne  Stunden.

Wandern an der Mosel – der Calmont Klettersteig

Am 3. Tag unseres Kurzurlaubes an der Mosel sind wir nach einem hervorragenden Frühstück bei bestem Wanderwetter aufgebrochen Richtung Bahnhof Eller, wo unsere Gruppe sich dann geteilt hatte. Da ich nicht so ganz schwindelfrei bin, habe ich mir lange überlegt, welchen Weg ich einschlagen soll.

Zur Auswahl stand der steile Weg durch den steilsten Weinberg Europas, der vor vielen Jahren durch die Gemeinden Bremm und Eller begehbar gemacht wurde.

Unglaublicher Ausblick aus den Steillagen des Calmont Klettersteiges auf die Mosel

Unglaublicher Ausblick aus den Steillagen des Calmont Klettersteiges auf die Mosel

 

Oder ein etwas bequemerer Weg rechts um den Klettersteig herum, dafür einige Kilometer länger. Am Ende meiner Überlegungen habe ich mich für die längere Tour entschieden, wie der größere Teil der Gruppe.

Für den stark frequentierten Klettersteig legten viele freiwillige Helfer Pfade an, besonders steile Passagen sind mit Leitern versehen, die Hänge mit Handläufen und Stufen sicherer gemacht.

Der Einstieg zu dem Klettersteig liegt gleich hinter der Eisenbahnbrücke. Steil geht es über Serpentinen hoch zur  Schutzhütte auf dem Galgenlay, von wo ein herrlicher Blick auf die Mosel und die Steillagen geworfen werden kann.

Von diesem herrlichen Aussichtpunkt geht der Weg weiter, immer dem Berg entlang, bewachsen mit Weinreben.

Oben angekommen, erwartet die Kletterer das Gipfelkreuz mit einer perfekten Aussicht auf die einzigartige Moselschleife.

Fantastische Aussicht am Gipfelkreuz des Calmont Klettersteiges auf die Moselschleife mit dem Städtchen Ediger Eller

Ausblick am Gipfelkreuz des Calmont auf die Moselschleife

 

Unsere Gruppe hat die längere, dafür weniger steile Strecke durch lichte Laubwälder, mit ebenfalls immer wieder tollen Aussichten in das Moseltal, genommen. Der Weg führte uns an dem römischen Bergheiligtum auf einem Gipfelplateau am Calmont vorbei. Bei archäologischen Ausgrabungen im Jahre 2005 wurden Überreste eines römischen Tempels entdeckt. Heute steht an dieser Stelle ein Nachbau der Tempelanlage.

Römisches

Römisches Bergheiligtum auf dem Calmont

 

Ebenfalls am Gipfelkreuz angekommen, haben wir zusammen die einzigartige Aussicht genossen. Es gibt hier eine kleine Hütte, wo an Wochenenden ein Winzer Wein und alkoholfreie Getränke ausschenkt, sowie Kaffee und Kuchen anbietet.

Zurück ins Tal sind wir mit Fahrgemeinschaften gefahren. Es gibt allerdings auch mehrere Routen wieder zurück ins Tal.

Nach einer weiteren Nacht im Hotel und einem ausgiebigen, leckeren Frühstück haben wir uns am nächsten Morgen wieder auf die Heimfahrt gemacht und waren uns alle einig, dass dieser großartige Ausflug nach einer Wiederholung ruft.

Bei der Weinwanderung mit dem Weinhaus Mertens in Ediger-Eller

Bei der Weinwanderung in Ediger-Eller mit dem Weinhaus Mertens an der Mosel

 

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5 comments on “3 großartige Tage an der Mosel
  1. Ich wusste zwar, dass die Römer Trier gebaut haben, aber dass es entlang der Mosel so gut erhaltene römische Zeugnisse gibt, war mir neu.
    Dire Mosel steht dieses Jahr auch bei uns auf dem Programm, ich freue mich schon darauf.

    Liebe Grüße Gina

    • Diese römischen Altertümer habe ich auch erst letztes Jahr entdeckt. Diese liegen auch nicht direkt an Straßen, da kommst du nur zu Fuß vorbei:-). Demnächst gehts´s für mich auch wieder an die Mosel.

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