Mit Rad & Schiff durch Zeeland auf der MS Normandie

Rad- und Schiffsreise durch Zeeland
Solche herrliche Fotomotive begegnen dir über all während deiner Rad- und Schiffsreise durch das Zeeland im Südwesten Hollands

Mit Rad & Schiff durch Zeeland – Unsere Reise mit der MS Normandie

Warum Zeeland perfekt für eine Radreise ist

Zwischen Windmühlen, endlosen Deichen und kleinen Hafenstädtchen kommst du in Zeeland sofort in den Urlaubsmodus.  Unsere kombinierte Rad- und Schiffsreise durch den Südwesten der Niederlande mit SE-Tours GmbH * war genau die richtige Mischung aus Bewegung, Entspannung und maritimem Flair. Tagsüber ging es gemütlich mit dem Fahrrad vorbei an Dünen, Stränden und grünen Polderlandschaften, abends wartete schon das Schiff im Hafen. Entspannter kann Reisen kaum sein.

Die MS Normandie in Zeeland,unser schwimmendes Hotel während einer kombiniertenRad- und Schiffsreise

Die MS Normandie wartet im Hafen auf die Radfahrer

Zeeland besteht aus mehreren Inseln und Halbinseln zwischen Nordsee und Oosterschelde und ist vor allem für Wasser, Weite und das besondere Licht bekannt. Die Region lebt mit dem Meer: Austern, Muscheln und fangfrischer Fisch gehören hier genauso dazu wie kleine Fischerorte und die imposanten Sturmflutwehre der Deltawerke. Besonders gefallen haben mir die charmanten Orte mit ihren historischen Gassen, gemütlichen Cafés und der typisch niederländischen Gelassenheit. Und wer Käse, frischen Apfelkuchen oder knusprige Bitterballen liebt, kommt kulinarisch ebenfalls voll auf seine Kosten.

 

Leben an Bord der MS Normandie

Technische Daten der MS Normandie 

  • Länge des Schiffes: 91,2 Meter
  • Breite: 10,5 Meter
  • Tiefgang: 1,6 Meter
  • Passagier-Kabinen:51, davon 2 Einzelkabinen
  • Kabinengröße: 10 – 11 m²
  • Max. Passagiere: 100 
  • Crew an Bord: ca. 19
Mit der MS Normandie durch Rotterdam

Mit der MS Normandie durch Rotterdam

 

Atmosphäre und Ausstattung des Schiffes

Die MS Normandie hat einen ganz eigenen Charme. Statt modernem Hochglanz erwartet dich eine gemütliche und entspannte Atmosphäre, in der du dich schnell wohlfühlst.

Die öffentlichen Bereiche sind liebevoll gestaltet und laden dazu ein, nach einer Radtour die Eindrücke des Tages bei einem Getränk Revue passieren zu lassen. Die  gemütliche Ausstattung trägt zum besonderen Charakter des Schiffes bei. Alles wirkt angenehm unkompliziert und authentisch. Wenn du kein schwimmendes Luxushotel suchst, sondern ein Schiff mit Persönlichkeit und einer entspannten Wohlfühlatmosphäre bist du hier genau richtig. Wir haben uns an Bord der MS Normandie sehr wohl gefühlt. 

Kabinen, Restaurant und Sonnendeck

Die Kabinen liegen auf dem Haupt- und Oberdeck und sind mit Dusche, WC, Safe und Haartrockner ausgestattet. Außerdem gibt es genügend Schrank- und Ablageflächen, sodass du dein Gepäck bequem verstauen kannst. Für das leibliche Wohl sorgt das geschmackvoll eingerichtete Restaurant auf dem Hauptdeck. Während du dein Essen genießt, kannst du den Blick über das Wasser schweifen lassen oder auf die vorbeiziehende Landschaften, wenn das Schiff gerade fährt. 

Restaurant auf der MS Normandie

Restaurant auf der MS Normandie

Auf dem Oberdeck lädt der gemütliche Panoramasalon zum Entspannen ein. Das teilweise überdachte Sonnendeck war bei unserer Reise besonders beliebt, hatten wir doch in Südholland jeden Tag schönstes Wetter. Hier kannst du nach den Touren in bequemen Sitzgruppen oder auf Liegestühlen die frische Luft genießen, die Aussicht bewundern oder einfach nur die Seele baumeln lassen.

Verpflegung während der Reise

Auch kulinarisch hat uns die Reise mit der MS Normandie rundum überzeugt. Gleich zu Beginn der Reise bekamen wir einen festen Sechsertisch zugeteilt, an dem wir gemeinsam mit 4 weiteren Gästen gegessen haben. Das sorgte schnell für eine angenehme Atmosphäre. 

Das Frühstück wurde als reichhaltiges Buffet angerichtet und ließ keine Wünsche offen: verschiedene Brot- und Brötchensorten, alles frisch gebacken, Käse, Wurst, Marmeladen, verschiedenes frisches Obst und Gemüse, Joghurt sowie Eierspeisen in verschiedenen Variationen. Mein Highlight beim Frühstück war das frisch zubereitete Omelett, das ich mir jeden Morgen machen ließ. Praktisch für die Radtour: Beim Frühstück kannst du dir direkt ein Lunchpaket für unterwegs zusammenstellen. 

Nach der Tour warteten Kaffee und Kuchen auf uns, einmal sogar ein tolles Eisbuffet am Sonnendeck.

Das kulinarische Highlight des Tages war jedoch jeden Abend das liebevoll angerichtete Vier-Gänge-Menü. Beim Hauptgang hatten wir die Wahl von einem Menü mit Fleisch, Fisch oder vegetarisch. Ich habe alle Varianten probiert und war jedes Mal begeistert. 

Mit dem Fahrrad durch Zeeland

Wie angenehm das Radfahren in den Niederlanden ist

Wenn du gerne Fahrrad fährst, wirst du das Radfahren in Zeeland lieben. Selten habe ich das Radeln als so entspannt empfunden wie hier. Überall gibt es hervorragend ausgebaute Radwege, die oft komplett vom Autoverkehr getrennt sind. Für unterwegs findest du an den meisten Rastmöglichkeiten Fahrradständer. Sogar bewachte Fahrradparkhäuser gibt es in vielen Städten.

Besonders angenehm ist die flache Landschaft. Anders als bei mir im Schwarzwald musst du kaum Steigungen bewältigen. Stattdessen schweift der Blick über weite Ebenen, grüne Wiesen und scheinbar endlose Wasserflächen. So kannst du die Umgebung ganz entspannt genießen und Kilometer um Kilometer radeln.

Entspannt reisen ohne Gepäckstress

Das Schöne an einer Rad- und Schiffsreise ist das entspannte Reisen ohne Gepäckstress. Nach dem gemütlichen Frühstück startest du ganz ohne Zeitdruck in den Tag und erkundest die schönsten Ecken auf der Route mit dem Fahrrad. Du bestimmt dein eigenes Tempo und genießt die Landschaft unterwegs. 

Am Nachmittag kehrst du entspannt zum Schiff zurück, wo Zeit zum Relaxen auf dem Sonnendeck, in der Lounge oder auf der Kabine bleibt, bis am Abend das Vier-Gänge-Menü auf dich wartet.

Die Route im Überblick

Start und Ziel: Schiedam

Start- und Zielhafen der Reise ist Schiedam bei Rotterdam. Da es für uns keine wirklich vernünftige Zugverbindung ohne mehrfaches Umsteigen gab, sind wir mit dem Auto angereist. Über den Reiseanbieter haben wir Valet-Parking gebucht. Das ist in der Region angesichts der begrenzten Parkmöglichkeiten zwar nicht ganz günstig, aber eine sehr komfortable Lösung finde ich. Wir konnten direkt vor dem Schiff halten, unser Gepäck ausladen und das Auto samt Autoschlüssel übergeben.

Nach der Reise stand unser Wagen wieder pünktlich am Anleger bereit. Für mich war das super bequem und alles hat reibungslos funktioniert, nur mein Mann hatte anfangs etwas Bedenken um sein Auto:-)

Tagesetappen und Schwierigkeitsgrad

Tag 2 Willemstad-Bruinisse, ca 42 Kilometer

Während wir noch gemütlich beim Frühstück saßen, brachte uns die MS Normandie zum Startpunkt unserer ersten Rad-Etappe nach Willemstadt. Dort wurden die Fahrräder vom Personal schnell an Land gebracht und schon konnte es losgehen. 

Start unserer Zeeland-Radreise in Bruinisse

Start unserer Zeeland-Radreise in Willemstadt

Die Strecke führte durch typische niederländische Polderlandschaften mit viel Natur und herrlichen Ausblicken. Unterwegs fuhren wir an der mittelalterlichen Siedlung Berwoutsmoer  vorbei, die einst vom Meer überschwemmt wurde.

Mittelalterliche Siedlung Berwoutsmoer

Berwoutsmoer

Über das maritime Ooltgensplaat mit seinem idyllischen Hafen ging es weiter durch weite Wiesen und vorbei an kleinen Bauernhöfen bis nach Oude-Tonge.

Pause direkt am Wasser während der kombinierten Rad- und Schiffsreise durch das Zeeland

Pause am Wasser

Direkt am Wasser gönnten wir uns hier eine etwas längere Pause, bevor wir über den Grevelingendamm nach Bruinisse radelten. Hier hielten wir nochmal kurz am Strand an und beobachteten unzählige Krebse im flachen Wasser, bevor es nach entspannten 42 Kilometern und rund sechs Stunden wieder zurück zur MS Normandie ging.

Tag 3 Rundtour Bruinisse 62 Kilometer

Diese Etappe führt dich auf einer abwechslungsreichen Rundtour über die Halbinsel Schouwen-Duiveland. Zunächst radelst du entlang des Grevelingenmeeres, wo sich unzählige Windräder in der Landschaft drehen und jede Menge Strom produzieren.

Radtour durch das idyllische Dreischor

Durch das idyllische Dreischor

Über das idyllische Dorf Dreischor geht es nach Brouwershaven, einem kleinen Hafenort mit historischem Charme. Anschließend führt die Route durch das ruhige Hinterland nach Zierikzee, wo wir eine längere Pause mit einem kühlen Getränk und Kibbeling eingelegt hatten. 

Pause mit Kibbeling

Pause mit Kibbeling

Von da geht es weiter, zurück ans Wasser, vorbei an mehreren Stränden und dem Watersnoodmuseum. Hier erfährst du spannendes über die verheerende Nordseeflut von 1953, die Zeeland bis heute geprägt hat.

Vor dem Watersnoodmuseum

Vor dem Watersnoodmuseum

Tag 4 Bruinisse – Veere ca. 55 Kilometer

Die dritte Rad-Etappe führt von Bruinisse nach Veere und gehört für mich zu der abwechslungsreichsten Strecke.  Zunächst radelst du noch einmal entlang des Wassers, vorbei an der Stadt Zierikzee, bevor mit der imposanten Zeelandbrücke ein echtes Highlight wartet.

Über fünf Kilometer führt sie spektakulär auf 54 Pfeilern über die Osterschelde. 

Anschließend geht es durch Teile des Nationalparks Oosterschelde, wo wir direkt am Wasser auf einer der vielen Bänke eine ruhige Pause eingelegt haben.

Mit dem Fahrrad durch den Nationalpark Oosterschelde

Durch den Nationalpark Oosterschelde

Weiter geht es nach Colijsplaat. Dank der zahlreichen Strände an dieser Strecke solltest du auch die Badesachen dabeihaben. Das Wasser war im Mai noch etwas frisch:-)

Am Badestrand während unserer Radtour durch das Zeeland

Am Badestrand

Über das hübsche Vrouwenpolder erreichst du schließlich entspannt das malerische Städtchen Veere, wo die MS Normandie schon auf uns wartete.

Tag 5 Rundtour Veere – Neelte Jans – Veere 48 Kilometer

Die 4. Etappe war wieder sehr abwechslungsreich! Von Veere radelten wir zunächst am Meer entlang nach Vrouwenpolder und über den Veersemeer-Damm zum beeindruckenden Sturmflutwehr der Oosterschelde und zu einem kleinen Abstecher nach Neeltje Jans, der künstlich aufgeschütteten, ehemaligen Arbeiterinsel.

Einer der zahlreichen Strände auf dem Veersemeer-Damm

Einer der zahlreichen Strände auf dem Veersemeer-Damm

Heute befindet sich hier ein Naturschutzgebiet, wo uns direkt am Radweg ein paar Hasen über den Weg gehoppelt sind. 

Anschließend ging es durch die weite Landschaft nach Kamperland. Dort wollten wir eigentlich die Fähre zurück nache Veere nehmen, leider haben wir es versäumt, rechtzeitig in den Fahrplan zu schauen. Auf die nächste Fähre hätten wir über eine Stunde warten müssen, so haben wir kurzerhand beschlossen weiterzuradeln. Also fuhren wir entlang des Wassers zurück über den Veersemeer-Damm. Am Ende hatten wir statt der geplanten 33 Kilometer ungefähr 48 Kilometer auf dem Tacho, etwas müde, aber rundum zufrieden.

Tag 6 Rundtour Veere – Middelburg – Veere 22 Kilometer

Die sechste Etappe stand für uns ganz im Zeichen von Sightseeing, Entspannung und Genuss. Von Veere unternahmen wir eine gemütliche Tour nach Middelburg. Dort parkten wir unsere Fahrräder im Fahrradparkhaus und schlenderten durch die wunderschöne mittelalterliche Alstadt mit historischen Gasse und beeindruckenden Gebäuden. Hier besteht auch die Möglichkeit, an einer geführten Stadttour teilzunehmen. Wir hatten uns allerdings entschieden, die Stadt auf eigene Faust zu entdecken. 

In den Gassen von Middelburg

In den Gassen von Middelburg

Auf dem Rückweg legten wir an einer Käserei einen genussvollen Zwischenstopp ein, probierten verschiedene Käsesorten, gönnten uns eine süße Waffel und nahmen natürlich noch etwas Käse mit.

Anschließend radelten wir entspannt zurück nach Veere. Bereits am Nachmittag legte das Schiff mit Kurs auf Dordrecht ab, wir genossen die Fahrt auf dem Sonnendeck mit einem kühlen Getränk bei herrlicher Aussicht. Unterwegs sichteten wir kurz noch 3 Schweinswaale, bevor die Sonne über dem Wasser unterging. 

Traumhafter Sonnenuntergang

Tag 7  Sliedrecht – Rotterdam-Schiedam 48 Kilometer (wir sind tatsächlich 55 Kilometer gefahren:-))

Die letzte Radtour begann in Sliederecht, wo uns die MS Normandie am Tag vorher hingebracht hatte. Von dort führte die Route unter anderem durch das idyllische Dorf Oud-Alblas und vorbei an fruchtbaren Feldern. Besonders beeindruckend sind die 19 gut erhaltenen Windmühlen aus dem 18. Jahrhundert in Kinderdijk. Diese gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und sind definitiv einen Besuch wert.

Die Windmühlen von Kinderdijk

Die Windmühlen von Kinderdijk

Anschließend setzten wir mit der Fähre über die Maas und folgten dem Fluss bis Rotterdam.

Skyline von Rotterdam

Skyline von Rotterdam

Nach Sightseeing und einer Hafenrundfahrt schwangen wir uns wieder auf die Räder. Leider öffnete der Himmel dann endgültig seine Schleusen und auf dem Weg zum Hafen von Schiedam gerieten wir im strömenden Regen prompt von der richtigen Route ab. Weil wir mehr mit dem Wetter als mit der Navigation beschäftigt waren, verfuhren wir uns zum ersten Mal auf der gesamten Reise. Nachdem wir allerdings die Navigation auf der Guibo-App eingeschaltet hatten, fanden wir schnell wieder auf die richtige Route und erreichten wohlbehalten, aber total durchnässt, die MS Normandie. Rückblickend eine lustige Erfahrung!

Reisezeit und beste Saison

SE-Tours bietet die kombinierte Rad- und Schiffsreise durch Zeeland von Mitte Mai bis Mitte Oktober an. Wir waren im Mai unterwegs und hatten eine Woche lang fast durchgehend Sonnenschein bei Temperaturen knapp unter 30°, also ideales Wetter zum Radfahren am Wasser entlang. Natürlich gibt es beim Wetter keine Garantie. Trotzdem würde ich die Tour jederzeit in diesem Zeitraum unternehmen, denn Zeeland hat bei jedem Wetter seine Reize. 

Die schönsten Orte entlang der Strecke

Dordrecht – Hollands älteste Stadt

Dordrecht haben wir leider nur vom Schiff aus bewundert. Am ersten Abend hatten wir keine Lust mehr auf einen Stadtbummel, wo das Schiff die Nacht über im Hafen lag. Wir haben lieber die Atmosphäre bei herrlichem Wetter auf dem Sonnendeck genossen und uns mit Mitreisenden unterhalten.

Allerdings machte die älteste Stadt Hollands auch vom Sonnendeck aus einen schönen Eindruck. Historische Gebäude, hohe Kirchtürme und die malerische Lage am Wasser verleihen der Stadt ihren besonderen Charme. 

Dordrecht vom Schiff aus fotografiert

Schöne Sicht auf die Altstadt von Dordrecht in der Abenddämmerung

Zierikzee – Kleine Gassen und großer Charme

Zierikizee hat mich vom ersten Moment an begeistert! Die historische Hafenstadt auf der Halbinsel Schouven-Duiveland versprüht mit ihren alten Gassen (Fahrrad bitte schieben!), den prächtigen Kaufmannshäusern und dem lebendigen Hafen einen ganz besonderen Charme.

Noordhavenpoort in Zierikzee

Noordhavenpoort in Zierikzee

Bei unserer Tour durch Zierikzee haben wir eine gemütliche Pause eingelegt und dabei mehrmals Mitreisende von der MS Normandie getroffen. Offenbar hatten viele dieselbe Idee, das besondere Flair der Stadt bei einem Kaffee oder den obligatorischen Bitterballen zu genießen.

Zu den Wahrzeichen von Zierikzee gehören die beeindruckenden Stadttore, allen voran das Noordhavenpoort mit seinem Glockenturm, das einst den Zugang zum Hafen bewachte.

Nicht zu übersehen ist auch der „Dicke Turm“. Er war ursprünglich Teil einer riesigen Kirche, die im 19. Jahrhundert jedoch niederbrannte. Der Turm blieb allerdings stehen und wurde so zum weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt, den wir wirklich an mehreren Tagen unserer Radreise immer wieder entdeckt haben.   

Der Dicke Turm in Zierikzee

 

Veere – Postkartenidylle am Wasser

Veere war eine der schönsten Städte, die wir bei unserer Rad- und Schiffsreise durch das Zeeland entdeckt haben. Hier lag die MS Normandie zwei Nächte im Hafen, so hatten wir ausgiebig Zeit, die Stadt zu entdecken. Veere wirkt mit seinen historischen Häusern, den gepflasterten Gassen und der Lage direkt am Wasser wie aus einer Postkarte. 

Bei einem Rundgang solltest du unbedingt einen Blick auf die imposante „Grote Kerk“, eine wirklich große Kirche und das Stadthuis mit Rathaus, werfen. Einen Rundgang auf den Stadtwällen kann ich dir ebenfalls empfehlen. 

Groote Kerk in Veere

Grote Kerk in Veere

Besonders schön fand ich den Yachthafen. Hier kannst du wunderbar am Wasser sitzen, ein Getränk genießen und dabei den Segelbooten zuschauen. Für ein süßes Mitbringsel lohnt sich ein Besuch bei Omas Snoopswinkel, einem im wahrsten Sinn des Wortes zuckersüßen Lädchen. Hier haben wir uns mit sehr leckeren Bonbons und Naschereien als Mitbringsel eingedeckt. Am Abend lädt die historische Altstadt zu einem entspannten Bummel ein, der perfekte Ausklang eines erlebnisreichen Radeltages.

Yachthafen in Veere in der Abenddämmerung

Yachthafen in Veere in der Abenddämmerung

 

Middelburg, historische Hauptstadt Zeelands

Middelburg hat mich mit seinem Mix aus Geschichte und lebendigem Stadtleben begeistert. Unsere Fahrräder konnten wir hier bequem auf einem bewachten Fahrradparkplatz mitten in der Stadt abstellen und dies kostenlos, direkt neben dem bunten Wochenmarkt, der gerade stattfand. So konnten wir entspannt zu Fuß losziehen und durch die Gassen der Altstadt schlendern und die Sehenswürdigkeiten bewundern.

Besonders beeindruckt hat mich die Koorkerk. Dort befindet sich eine historische Orgel, deren Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen, die allerdings nicht mehr bespielbar ist. Die kunstvolle Gestaltung und die Geschichte haben mich fasziniert. Orgeln in Kirchen finde ich immer interessant und schau sie mir in jeder Kirche an, die ich besuche. 

Über 600 Jahre alte Orgel in der Koorkerk in Middelburg

Ebenfalls sehenswert ist das ehemalige Stift Abdija von Middelburg direkt nebenan, das über Jahrhunderte das religiöse und politische Zentrum Zeelands war, sowie das Torhaus Gistpoort und das Rathaus von Middelburg.

Rathaus Middelburg

Sehenswertes Rathaus in Middelburg

Zwischen historischen Gebäuden, kleinen Geschäften und gemütlichen Plätzen lädt Middelburg an jeder Ecke dazu ein, stehen zu bleiben, zu fotografieren und die Atmosphäre wirken zu lassen.

 

Rotterdam: das moderne Gegenstück

Rotterdam war für mich ein echter Kontrast zu den idyllischen Orten und historischen Städtchen, die wir auf unserer Radtour durch Zeeland bisher kennengelernt haben. Statt verwinkelter Gassen erwarten dich hier moderne Architektur, breite Straßen und Radwege und eine beeindruckende Skyline.

Unser erster Stopp war die berühmte Markthalle, die schon von außen mit ihrer außergewöhnlichen Bogenform ins Auge fällt. Im Inneren hat mich vor allem das riesige gewölbte und farbenfrohe Deckengemälde beeindruckt. Hier reden manche schon von der „Sixtinischen Kapelle Rotterdams“.

Gewölbte Decke in der Markthalle in Rotterdam

Gewölbte Decke in der Markthalle in Rotterdam

 

An zahlreichen Ständen werden Köstlichkeiten aus aller Welt angeboten und wir nutzten die Gelegenheit für eine ausführliche Pause mit den typisch niederländischen Bitterballen und einem kühles Getränk.

Anschließend besichtigten wir die markanten gelben Kubushäuser, eines der Wahrzeichen von Rotterdam. Die schräg stehenden Häuser wirken schon von außen ungewöhnlich, aber erst bei einem Blick ins Innere wird dir deutlich, wie kreativ und zugleich herausfordernd für die Bewohner diese besondere Architektur ist.

Kubushäuser in Rotterdam

Kubushäuser in Rotterdam, sehr interessante Architektur

Nach dem kurzen Sightseeing in Rotterdam trafen wir uns mit einem Teil unserer Reisegruppe zu einer Hafenrundfahrt. Der Rotterdamer Hafen gehört zu den 10 größten Seehäfen der Welt und beeindruckt mit seiner Größe, den riesigen Containerterminals und dem Treiben auf dem Wasser. Falls du mal in Rotterdam bist, solltest du dir eine Hafenrundfahrt nicht entgehen lassen!

Hafenrundfahrt in Rotterdam

Hafenrundfahrt in Rotterdam

 

Praktische Tipps für die Reise

Was du unbedingt einpacken solltest

  • Gute Regenbekleidung. Das Wetter an der Nordseeküste kann schnell umschlagen und ein Regenschauer kommt oft überraschend
  • Winddichte Kleidung. Besonders auf den Deichen und entlang der Küste kann es ordentlich pusten
  • Fahrradhelm. Sorgt für Sicherheit und sollte bei keiner Radtour fehlen
  • Handyhalterung am Lenker. Damit hast du die Route bequem im Blick
  • Fahrradschloss. Damit du dein Rad bei Besichtigungen oder Pausen sorgenfrei abstellen kannst
  • Sonnenschutz. Selbst an bewölkten Tagen kann die Sonne auf den langen Etappen kräftig sein
  • Erste-Hilfe-Set. Mit Pflastern und Desinfektionsmittel kann sich als nützlich erweisen.

 

E-Bike oder normales Fahrrad?

Ob du die Tour mit einem E-Bike oder einem klassischen Fahrrad fahren möchtest, hängt vor allem von deinen persönlichen Vorlieben ab. Ich selbst war mit dem E-Bike unterwegs und würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden. Die Unterstützung macht die Tagesetappen deutlich entspannter, besonders bei Gegenwind und du kannst die Landschaft und die vielen Orte unterwegs noch viel mehr genießen.

Einige Mitreisende waren allerdings mit normalen Fahrrädern unterwegs und hatten ebenfalls keine Probleme. Der Vorteil: Du bist unabhängig vom Akku und etwas sportlicher unterwegs. Da die Strecken in Zeeland überwiegend flach sind, ist die Tour grundsätzlich auch mit einem herkömmlichen Fahrrad gut machbar.

Organisation und Tagesablauf

Die Organisation der Reise war von Anfang bis Ende hervorragend. Die Einschiffung verlief völlig unkompliziert: Nach unserer Ankunft konnten wir direkt an Bord und unser Gepäck wurde auf die Kabine gebracht. Dort warteten bereits das Tourenheft, die Satteltaschen und die Lenkertasche sowie das Ladegerät fur unsere E-Bikes auf uns.

Jeden Abend gibt es eine Tourenbesprechung für den nächsten Tag. Neben detaillierten Streckenbeschreibungen gibt es von der Reiseleitung hilfreiche Informationen zu markanten Wegpunkten, Sehenswürdigkeiten und zusätzlich noch den einen oder anderen Tipp für die besten kulinarischen Stopps entlang der Route.

Auch die Ausschiffung war bestens organisiert. Die Getränkerechnung begleichst du am Vorabend und die Koffer stellst du vor dem Frühstück vor die Kabine. Das Personal kümmert sich anschließend um den Transport von Bord und nach dem Frühstück kannst du direkt die Heim- oder Weiterreise antreten.

 

FAQ zur Rad-&-Schiff-Reise durch Zeeland

Wie anspruchsvoll sind die Etappen?

Keine Sorge: Die Radtouren durch Zeeland sind auch für Freizeitradler gut zu schaffen. Die Region ist bekannt für ihre flache Landschaften, sodass du kaum mit längeren Anstiegen oder anspruchsvollen Höhenmetern rechnen musst. Die Etappen führen überwiegend über gut ausgebaute Radwege oder ruhige Straßen.

Überall wunderschöne, bequeme Radweg in Zeeland

Bequeme Radwege in abwechslungsreicher Landschaft, das ist Radfahren durch das Zeeland

Bei einigen Touren kannst du sogar zwischen unterschiedlich langen Streckenvarianten wählen und die Tagesetappe an deine Kondition anpassen. Außerdem hast du ja noch die Wahl zwischen einem klassischen Fahrrad und einem E-Bike. So findest du garantiert die passende Variante für deinen entspannten Radurlaub auf dem Wasser und an Land.

Kann man eigene Fahrräder mitnehmen?

Ja, grundsätzlich kannst du dein eigenes Fahrrad mitnehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass auf dem Schiff noch genügend Stellplätze an Deck verfügbar sind. Beachte außerdem, dass der Veranstalter für das Auf- und Abladen in den einzelnen Häfen eine zusätzliche Gebühr berechnet. Wenn du dein vertrautes Fahrrad dabei haben möchtest, empfiehlt sich daher eine frühzeitige Reservierung.

Wie funktioniert die Navigation?

Die Navigation war für mich in Zeeland überraschend einfach! Vom Veranstalter kannst du eine Navigations-App installieren, in der alle Etappen bereits hinterlegt sind. Wenn du lieber ohne Smartphone unterwegs bist, so wie wir die meiste Zeit, kannst du das praktische Routenheft nutzen. Dort sind die Kontenpunkte der Strecke angegeben, die du unterwegs auf den Schildern entlang der Radwege wiederfindest. Wir haben uns auf der gesamten Reise nur einmal verfahren und das lag eindeutig daran, dass ich während einem Regenschauer nicht auf die Route geachtet habe.  

Perfekte Ausschilderung auf dem Radwegenetz in Zeeland

Perfekte Ausschilderung der Route

 

Ist die Reise auch für Einsteiger geeignet?

Grundsätzlich ja. Du solltest jedoch ein sicherer Radfahrer sein, besonders wenn du mit dem E-Bike unterwegs bist. Eine gewisse Grundkondition ist ebenfalls hilfreich, damit du die Etappen entspannt meisterst und die wunderschönen Routen durch Zeeland richtig genießen kannst.

 

Persönliches Fazit: Lohnt sich die Zeelandroute?

Ist die Tour für mich geeignet? Nach unserer Reise durch Zeeland kann ich diese Frage ganz klar mit „ja“ beantworten. Besonders gut gefallen hat mir die Kombination aus organisierter Reise und individueller Radtouren. Obwohl alles bestens vorbereitet war, von der Route bis zur Unterkunft auf der MS Normandie, konnte jeder die täglichen Etappen in seinem eigenen Tempo fahren. Das hat die Reise für uns sehr entspannt gemacht, und bot viel Raum für spontane Pausen, Besichtigungen oder einfach zum genießen der schönen Landschaft. Ich liebe es, am Wasser entlang zu radeln.

Immer wieder idyllische Motive entlang der Routen

Immer wieder idyllische Motive entlang der Routen

Für mich war das einer der größten Vorteile der Rad- und Schiffsreise. Du erlebst die Region aktiv, musst dich dabei nicht um den Gepäcktransport oder die tägliche Unterkunft kümmern. Das Schiff fährt mit und ist jeden Abend wieder das vertraute Zuhause.

Zeeland selbst hat mich begeistert, war ich doch zum ersten Mal in dieser Gegend. Wir haben viele schöne Orte entdeckt, beeindruckende Küstenlandschaften erlebt und zahlreiche neue Eindrücke gesammelt. Auch die Gemeinschaft an Bord war sehr angenehm. Die meisten Mitreisende kamen aus Deutschland und der Schweiz, dazu einige englische und holländische Gäste. Mit vielen kam man schnell ins Gespräch. Während der Radtouren waren wir meist individuell unterwegs, trafen aber auf den Touren immer wieder bekannte Gesichter.

Ein Lob verdient auch das gesamte Personal, das stets freundlich und hilfsbereit war. Insgesamt war es eine rundum gelungene Reise, die uns sehr gut gefallen hat und die ich jederzeit weiterempfehlen würde.

*Zu dieser Reise wurde ich von SE-Tours GmbH eingeladen. Dieser Bericht spiegelt allerdings meine eigene Meinung wieder und wird nicht von der Einladung beeinflusst.

 

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Ein Kommentar zu “Mit Rad & Schiff durch Zeeland auf der MS Normandie”
  1. Wow, da habt ihr aber wirklich eine schöne Strecke mit sehenswerten Orten ausgewählt. Und ja, Radfahren macht in den Niederlanden mit den super ausgebauten Radwegen einfach Spaß. Das Konzept, Radfahren mit Schiffahrten zu kombinieren, klingt echt interessant. Das werde ich mir mal genauer anschauen.
    Viele Grüße
    Annette

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