St. Petersburg – die alte Zarenstadt

St. Petersburg, die alte Zarenstadt, stand schon seit einigen Jahren auf meiner Bucketlist. Letztes Jahr sind meine Reisefreundinnen und ich auf ein Angebot für St. Petersburg gestoßen,  welches uns ideal erschien, um die Stadt der Zaren entspannt zu entdecken. St. Petersburg, auf Grund der vielen geschwungenen Brücken und der Kanäle,  auch das Venedig des Nordens genannt, ist erst knapp über 300 Jahre alt. Die Stadt wurde von Peter dem Großen 1703 gegründet und die historische Innenstadt mit ihren Prunkbauten zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Visafrei in das Venedig des Nordens

Die Reise ging mit dem Flugzeug über Berlin nach Helsinki. Im Hafen von Helsinki checkten wir auf eine Fähre ein, welche uns über Nacht nach St. Petersburg brachte. Durch die Einreise nach St. Petersburg auf dem Wasserweg, benötigt man kein Visa für einen 3-tägigen Aufenthalt.

Nach der Ankunft in St. Petersburg am frühen Morgen stand ein Bus mit Reiseleiterin bereit, welcher uns zum Auftakt bei einer Stadtrundfahrt die Schönheiten der prunkvollen Metropole im Schnelldurchgang zeigte. Ein obligatorischer Souvenirladen mit einer Wodka- und Teeprobe durfte natürlich auf dem Programm nicht fehlen.

Nachmittags und an unserem zweiten Tag erkundeten wir dann die Stadt auf eigene Faust zu Fuß und per U-Bahn. Und es gab jede Menge prunkvolles zu entdecken!

Prunkvolle Sehenswürdigkeiten

Von unserem Hotel aus spazierten wir an der Neva entlang über den Newski-Prospekt, die Flaniermeile von St. Petersburg, Richtung Innenstadt. Entlang des Newski-Prospekts  und in seiner näheren Umgebung befinden sich die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Erlöser Kirche, auch Blutkirche oder Auferstehungskirche genannt, stand als erstes auf unserem Plan. Erbaut wurde sie ab 1883 an der Stelle,  an der Zar Alexander der II. einem Attentat zum Opfer fiel.

Der Innenraum ist kunstvoll gestaltet mit Mosaikbildern und Ikonen. Zur Sowjetzeit wurde die Erlöserkirche als Lagerhalle benutzt und sollte eigentlich abgerissen werden, wie viele andere Kirchen und Kathedralen in Russland. Die bunten Kuppeln leuchten weithin und gelten oft als Symbol der Zarenstadt.

Auferstehungskirche St. Petersburg Sehenswürdigkeiten

Blutkirche St. Petersburg

 

Die Eremitage

Die berühmte Eremitage lag ebenfalls auf unserem Weg entlang der Uferpromenade. Der grandiose türkis- weiße Gebäudekomplex  beherbergt ein Kunstmuseum mit vielen weltberühmten Kunstschätzen, sowie den Winterpalast. In mehr als 350 Sälen sind über 60.000 Exponate weltberühmter Künstler ausgestellt. Wir haben die Kunstschätze nicht besichtigt, dafür war unser Aufenthalt von 3 Tagen einfach zu kurz! Dies würde sich aber auf alle Fälle lohnen, vielleicht bei meinem nächsten Besuch in St. Petersburg.

St. Petersburg

Eremitage

 

Kasaner Kathedrale

Die Kasaner Kathedrale in ihrer halbrunden Form war die nächste imposante Sehenswürdigkeit.  Die auffällige Kathedrale wurde dem Petersdom nachempfunden,  in ihrem Inneren ist das Museum der Religionsgeschichte untergebracht. Unter anderem ist hier die Ikone der Gottesmutter von Kasan untergebracht.  In einem Seitenflügel finden seit 1990 auch wieder russisch-orthodoxe Gottesdienste statt. Die Kasaner Kathedrale ist eng mit der Geschichte von St. Petersburg verbunden und es werden täglich Gottesdienste abgehalten.

Russisch orthodoxe Kathedrale

Kasaner Kathedrale

 

Die Admiralität

Die Admiralität mit ihrer goldenen Turmnadel gehört ebenfalls zu den Wahrzeichen von St. Petersburg. Das riesige Gebäude wurde in seiner heutigen Form 1819 fertiggestellt und beträgt in der Länge über 400 Meter. Die Skulpturen und Reliefs der Fassade erzählen von der russischen Seemacht. Heute ist in dem Gebäude eine Marineschule untergebracht und kann aus diesem Grund nicht besichtigt werden. Vor dem Gebäude befindet sich der Alexanderpark mit einigen Denkmälern berühmter Persönlichkeiten der Zarenstadt. Der Park eignet sich mit seinen Wasserspielen und Bänken ideal um etwas zu verschnaufen und die Sehensürdigkeiten wirken zu lassen.

Admiralitat

Admiralität

 

Die Metro

Abends sind wir mit der Metro zurück gefahren. Das sollte man in St. Petersburg unbedingt tun und die schönen Stationen bewundern. Selbst unter der Erde wartet St. Petersburg mit prunkvollen Bauten auf, manche Stationen gleichen kleineren Palästen, die schönsten befinden sich auf der Linie 1.  Aufgefallen ist uns, dass die Stationen sehr sauber sind und alles sehr geordnet zugeht.

Im Venedig des Nordens haben wir eine abendliche Bootsrundfahrt durch die hell erleuchtete Stadt auf den zahlreichen Flüssen und Kanälen unternommen. Dabei konnten wir die Stadt noch von einer ganz anderen Seite betrachten.

Die Admiralität bei Nacht

Die Admiralität bei Nacht

 

Katharinenpalast

An unserem 3. Tag in St. Petersburg machten wir uns auf den Weg in das ca. 25 Kilometer entfernte Puschkin, um den Katharinenpalast zu besichtigen. Auf dem Weg dorthin haben wir durch die deutschsprachige Reiseführerin noch einiges interessantes zur Geschichte Russlands erfahren.

Beim Katharinenpalast angekommen, konnten wir nach kurzer Wartezeit, vorbei an den wartenden Schlangen, als Reisegruppe die Anlage betreten. Die Wartezeit wurde uns von einer Russischen Musikkapelle mit Musik und Tänzchen verkürzt.

Der Katharinenpalst mit dem weltberühmten Bernsteinzimmer wurde als Sommerresidenz für Katharina I, Ehefrau von Peter dem Großen,  errichtet. Durch das mit weissem Marmor ausgestattete Treppenhaus betraten wir den Palast.

St. Petersburg Katharinenpalast

Treppenaufgang Katharinenpalast

 

Wir besichtigten einen prunkvollen Raum nach dem anderen,  allem voran den Spiegelsaal, welcher mit prunkvollen goldenen Verzierungen ausgestattet war.

Katharinenpalast St. Petersburg Reiseblog Ü50

Prunkvoll verzierter Spiegelsaal

 

Es folgten Speisezimmer, Audienzräume, Schlafräume, Arbeitszimmer….

Der Höhepunkt bei der Besichtigung war das weltberühmte Bernsteinzimmer,  welches während des 2. Weltkrieges auf mysteriöse Weise verschwand.  Im Jahre 2003, zur 300-Jahrfeier von St. Petersburg wurde es originalgetreu nachgebaut. Ursprünglich war das Bernsteinzimmer im Berliner Stadtschloss eingebaut, wurde aber 1716 vom preußischen König Friedrich Wilhelm I. an den russischen Zaren  „verschenkt“ . Im Gegenzug erhielt der Preußenkonig russische Soldaten. Im Bernsteinzimmer darf nicht fotografiert werden, deshalb gibt es auch kein Bild an dieser Stelle.

Nach der Besichtigung des Palastes sind wir noch durch den Park geschlendert und haben den riesigen Palast von außen auf uns wirken lassen.

Tief beeindruckt von der prunkvollen Zarenstadt sind wir zurück gefahren zu unserer Fähre,  welche uns über Nacht wieder in die finnische Hauptstadt brachte. Bei einem Cocktail in der Bar der Fähre haben wir die vielen Eindrücke Revue passieren lassen. St. Petersburg ist auf jeden Fall eine Reise wert. Wir unternahmen unsere Reise im September,  aber Ende Juni, Anfang Juli zu den sogenannten weißen Nächten stelle ich mir die Zarenstadt ebenfalls sehr schön vor, wenn es auch nachts hell oder nur ganz kurz dämmrig ist. Oder im Januar, wenn alle Flüsse und Kanäle zugefroren sind.

Eine weitere  Städtereise   mit meinen Reisefreundinnen

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18 comments on “St. Petersburg – die alte Zarenstadt
  1. Wunderschön! Ich plane auch seit gefühlte Ewigkeiten einen Besuch in St. Petersburg aber irgendwie kam immer etwas dazwischen 🙁 Danke für den schönen Bericht, der mich an ein Reiseziel erinnert hat, das langsam in Vergessenheit zu geraten drohte.
    Viele Grüße
    Maria

    • Hallo Maria, dankeschön.
      St. Petersburg ist auf jeden Fall eine Reise wert. Eine wunderschöne Stadt. Ich drück dir die Daumen, dass es irgendwann mal klappt.
      Lg Dagmar

  2. Was für ein toller Bericht. In St. Petersburg war ich leider noch nicht, nur in Moskau, Omsk und Irlutsk. Die Stadt scheint aber was die Architektur betrifft, ganz schön pompös zu sein. Schade, dass ihr kein Bild vom Bernsteinzimmer machen konntet. Wie ist es mit den Touristen in St. Petersburg. Ist die Stadt genauso überlaufen wie Venedig oder ist da weniger los? Danke für den schönen Bericht

    • Dankeschön, liebe Alexandra.
      Ja, St. Petersburg ist schon sehr pompös. Die Stadt wurde im Jahr 2003 zur 300 Jahrfeier auch aufgehuebscht und viele Sehenswürdigkeiten wurden aufwändig restauriert. Es gibt allerdings auch Gegenden, welche noch nicht renoviert sind.
      Die Touristen- Stroeme hielten sich im September in Grenzen, außer an den Top- Sehenswürdigkeiten. Die Stadt ist auf alle Fälle sehenswert.
      Lg Dagmar

  3. Hallo Dagmar,

    schön, dass Du auch diese „Lücke“ füllst, man kann es gar nicht oft genug erwähnen: Ja, auch die 50++ reisen gerne und gut. Leute wie wir werden immer mehr und das ist gut so.

    In diesem Sinne, viel erfolg und vor allem Spass am Reisen, wo immer es auch hingehen mag.

    Gruss Aras und Christiane, von der http://www.wegsite.net

    • Hallo Aras und Christiane, freut mich, dass euch mein Blog mit meiner Zielgruppe gefällt ☺.
      Ich bin ebenfalls der Meinung, dass unsere Zielgruppe gerne, gut und viel reist. In der Regel haben wir die Mittel und die Zeit dafür.
      Mal schauen, wo es mich noch hin zieht. Meine Wunschliste ist noch relativ lang.
      Lg Dagmar

    • Hallo Veronika,
      Gerne, St. Petersburg stand auch lange auf meiner Wunschliste! Hat sich wirklich gelohnt.
      Ich drück dir die Daumen, dass du dir die Stadt ebenfalls bald angucken kannst.
      Lg Dagmar

  4. Hallo Dagmar,
    ich habe fünf Jahre in St. Petersburg gewohnt, Januar ist noch zu dunklel, besser ist Februar. Dann ist meist das Wetter auch besser, die Kanäle immer noch zugefroren. Am schönsten ist es wirklich im Juni, dann wird die Stadt fast mediteran. Und niemals im April! hier geht es zu einem Gastartikel von mir (ich blogge normalerweise über unsere Segelreise): http://diegradwanderung.de/unterwegs-in-st-petersburg
    Liebe Grüße
    Steffi

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